Ikonen der Seele

Ikone_Andreas-KopieIkone = Ein Fenster oder eine Tür durch das die Heilige / das Heil in unsere Welt schaut und wir –umgekehrt- in die Welt der Heiligen / des Heils schauen dürfen.

Ikonen der Seele sind Heilbilder für die Psyche, die im Rahmen von systemischen Aufstellungen entstehen. Diese nehmen einen besonderen Rang unter den Familienaufstellungen ein. Ausgehend von dem Wunder „Nehmen wir an, durch diese Aufstellung geschähe heute ein Wunder, woran würden Sie dies merken?“ wird der Klient Schritt für Schritt zu seiner (Seelen-)Lösung geführt.
Basierend auf der Arbeit von Bert Hellinger arbeite ich mit dieser besonderen Form des Familienstellens, die ich „Ikonen der Seele“ nenne – ein Aufstellungsformat, welches von mir entwickelt wurde.
Hierbei nimmt der rituelle Teil der Aufstellung sehr viel mehr Raum ein für die Bewusstwerdung verborgener Beziehungsgeflechte.
Man könnte sagen, die Ikonen der Seele sind ein Ritual, das eine Aufstellung enthält, während eine herkömmliche Familienaufstellung eine Aufstellung ist, in der Rituale stattfinden. „Mein einziges Ziel ist es, den Klienten zu seinem Wunder zu führen.“ So geht es mir bei dieser Arbeit darum, ein klares und starkes Bild – eine Ikone – vom Wunder im Klienten zu errichten, das ihm hilft, diesen Zustand zu erreichen.

Der Ablauf
Der Klient schildert sein Problem. Dann wird er z.B. nach Familienmitgliedern gefragt, die ein ähnliches oder allgemein ein schweres Schicksal hatten. Man fragt ihn, was wäre, wenn sein Problem verschwände, welches Gefühl dann da sein würde: Das ist sein Wunder. Aufgestellt wird der Klient, seine Eltern, die relevanten anderen Familienmitglieder mit schwerem Schicksal und das Wunder. Der Stellvertreter für das Wunder wird angewiesen, sich innerlich eine Skala vorzustellen von -10 (vollständige Abwesenheit des Wunders) bis +10 (volle Realisierung des Wunders). Während der Aufstellung kann das Wunder sich frei bewegen und gibt auf Anfrage immer den aktuellen Wert auf der Skala an. Dies gibt die grundlegende Orientierung für die Arbeitsrichtung. Die Familienmitglieder werden mit Blickkontakt in einer vorläufigen Ordnung aufgestellt. Der Klient geht jetzt von einem zum anderen, gibt in einem Rückgaberitual das Schwere, das er für den jeweiligen Ahnen getragen hat, zurück und empfängt dessen Segen. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, dann liegt der Skalenwert des Wunders in den meisten Fällen bei +8 bis +10. Danach werden dem Klienten seine Ahnen in den Rücken gestellt und das Wunder ihm in einigem Abstand gegenüber. Rechts und links dieser Reihe werden Stellvertreter für homöopathische Mittel aufgestellt, deren Thematik sich aus dem Aufstellungsverlauf erschlossen hat. Jetzt geht der Klient in kleinen Schritten auf sein Wunder zu, und wenn er stockt, schaut er sich um, ob eines der aufgestellten Mittel ihm Unterstützung bieten kann. Die Aufstellung bzw. das Ritual endet, wenn der Klient sein Wunder in die Arme geschlossen hat.
Eine besondere Variation ist die zusätzliche Aufstellung des Schattens. Wenn der Klient eine Eigenschaft bei anderen leidenschaftlich ablehnt, insbesondere bei einem nahen Familienmitglied, dann stellt man einen Repräsentanten für diese abgelehnte Eigenschaft wie z.B. „die Feigheit“ oder „der Prolet“ ins Feld. Der Schatten verwandelt sich fast immer in eine kraftvolle Ressource.

Die Verwirklichung des Wunders
Dieses Bild, diese Ikone trägt der Klient jetzt in sich. Es kann nun seine Kraft im Leben entfalten. Gelöst von den Verstrickungen im Familiensystem und mit geklärten Ressourcen kann der Klient der Verwirklichung seines Wunders entgegengehen.